AGV diskutiert mit Vertretern der Kurie im ,,Zentrum der Weltkirche”
,,Es gibt ein großes Potential an Menschen, die dem christlichen Glauben nicht fernstehen, aber trotzdem nicht zur Kirche finden. Suchen Sie die Begegnung, sprechen Sie mit Ihnen - das ist die Aufgabe des Laienapostolates.“ Bischof Josef Clemens, Sekretär des Päpstlichen Laienrates, gab den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) einen konkreten Aufgabenkatalog für ihre Arbeit an den deutschen Hochschulen mit. ,,Im Zentrum der Weltkirche“ - unter diesem Motto stand das mehrtägige Seminar der AGV, bei der in der letzten Woche deutsche Studentinnen und Studenten aus den katholischen Korporationsverbänden in Rom mit Vertretern der Kurie aktuelle kirchenpolitische Fragen erörterten. Am Rande der Generalaudienz am letzten Mittwoch traf der Vorsitzende der AGV, Bernd Schulte, auch mit Papst Benedikt XVI. zusammen: ,,Der Heilige Vater hat uns für unsere Arbeit an den Hochschulen viel Erfolg gewünscht“, so der 24-Jährige ,,In Rom erlebt man hautnah, was es bedeutet, Teil der Weltkirche zu sein. Diese Erfahrung hilft dabei, den eigenen Horizont zu erweitern. Sie erleichtert es, die Herausforderungen, denen die Kirche in Deutschland gegenübersteht, aus einer globalen Perspektive zu betrachten”, beschreibt Schulte das Ziel des Seminars.
Die Themenpalette war daher bewusst breit angelegt. Mit Kardinal Walter Kasper, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, erörterten die angehenden Akademiker den Stand der ökumenischen Zusammenarbeit. Kasper betonte dabei die Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten gemacht worden seien. Vieles was heute etwa in der Zusammenarbeit zwischen katholischer und evangelischer Kirche in Deutschland als normal gelte, sei früher unvorstellbar gewesen. Einen Einblick in die Arbeit des Päpstlichen Rates ,,Cor Unum”, der die humanitären Hilfsaktionen des Heiligen Stuhls und die karitativen Initiativen der Kirche weltweit koordiniert, gewährte dessen Präsident, Kardinal Paul Josef Cordes. Auch Cordes bestärkte die Studenten darin, sich in der Gesellschaft zu Wort zu melden: ,,Sie müssen den Geist, in dem einst Ihre Verbände gegründet worden sind, wach halten. Das ist das Gegenteil von Bourgeoisie.”
,,Die vielen Impulse, die wir in den Gesprächen erhalten haben, erweisen sich gerade in der aktuellen Situation als hilfreich. Wir haben bei unserem Seminar erfahren, wie wichtig es auch für uns Deutsche ist, sich als Teil der Weltkirche zu begreifen. Dies stärkt uns in unserer Arbeit vor Ort. So richtig es ist, die schrecklichen Missbrauchsfälle in Deutschland konsequent aufzuklären, darf die deutsche Öffentlichkeit doch nicht der Gefahr unterlaufen, die Kirche unter einen Generalverdacht zu stellen”, so Bernd Schulte in seiner Bilanz des Seminars.
Die AGV ist ein Zusammenschluss der katholischen Korporationsverbände CV, KV, UV und RKDB. Sie repräsentiert rund 10 000 Studentinnen und Studenten und ist an fast allen deutschen Universitäten und Fachhochschulen vertreten.
.




