Bologna: Wir brauchen eine Reform der Reform
„Wir brauchen eine Reform der Reform“, so lautete der einhellige Tenor der Podiumsdiskussion „Der Weg als Ziel? Wohin der Bologna-Prozess uns führt“, die die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in München veranstaltete. Mangelhafte Umsetzung der neuen Bachelor/Master-Strukturen, verringerte Mobilität und Flexibilität der Studenten und verschulte Ausbildung statt universitärer Bildung wurden als die größten Baustellen von Bologna identifiziert.
Neunzig Minuten lang hatten die Besucher des Zentrums Jugend des 2. Ökumenischen Kirchentages Gelegenheit, sich über den Stand der Studienreform zu informieren. Moderiert von Matthias Belafi (Deutsche Bischofskonferenz, KV) diskutierten Prof. Dr. Josef Pfeilschifter (Vizepräsident des Hochschulverbandes), Prof. Dr. Lothar Knatz (Leiter des evangelischen Studienwerks Villigst), Dr. Thomas Goppel (MdL, CSU) und Till M. Kaesbach (KV), Grundsatzreferent der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) das Für und Wider eines europäischen Hochschulraums.
Das Auditorium - rund 500 Jugendliche und junge Erwachsene - machte von der interaktiven Veranstaltungsform regen Gebrauch und bereicherte die Diskussion über die von der Publikumsanwältin Lina Brockhaus (UV) gesammelten Fragen. Till M. Kaesbach zum dringlichsten Anliegen: „Es ist klar, dass bei der Umstellung auf Bologna nicht genügend reflektiert wurde, was zu überfrachteten Curricula geführt hatte. Den Studenten bleibt zu wenig Zeit, sich ehrenamtlich in Gesellschaft, Kirche und Politik zu engagieren. Dass ein reines Fachstudium aber nicht ausreicht, wissen wir alle. Hier müssen die Hochschulen dringend ansetzen. Prof. Dr. Pfeilschifter forderte sogar ein Moratorium: Medizin und Jura müssten so lange von der Reform ausgespart bleiben, bis ein schlüssiges Umsetzungskonzept erarbeitet sei.
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