Katholische Studentenverbände: „Papstbesuch ist eine Chance für Kirche, Gesellschaft und Politik.“


Verfasst am 19. September 2011

Die katholischen Studentenverbände freuen sich auf den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Deutschland. „Dass der Heilige Vater sein Heimatland besucht, ist für uns als katholische Studenten, für alle Katholiken in Deutschland zuvorderst eine große Ehre und Freude“, so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV), Bernd Schulte. „Papst Benedikt XVI. ist eine beeindruckende, authentische und glaubwürdige Persönlichkeit. Sein Besuch ist eine Chance – für den Dialog zwischen Staat und Kirche, für die Begegnung zwischen den Konfessionen und Religionen, vor allem aber für die Kirche in Deutschland.“

Die katholischen Studentenverbände erhoffen sich von Papst Benedikt klare Botschaften. Gerade nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche und dem damit verbundenen Vertrauensverlust sei es wichtig, dass der Papst den Gläubigen vor Ort wieder Hoffnung gebe. „Viele Menschen, die im Glauben Halt und Orientierung suchen, sind erschüttert und enttäuscht worden“, betont Claus Broekmans, stellvertretender Vorsitzender der AGV. „Wir sind sicher, dass es Papst Benedikt gelingt, die richtigen Worte, Symbole und Gesten zu finden, um den Glauben und die Kirche in Deutschland zu stärken.“

Dies gelte darüber hinaus auch für politische und wirtschaftliche Fragen. „Wir hoffen, dass der Papst den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen seinen Standpunkt einer gerechten, christlichen Gesellschaft vermittelt, die Freiheit und Verantwortung miteinander vereint“, erklärt Bernd Schulte. „Nach Wilhelm Röpke ist der Mensch das Maß der Wirtschaft, und das Maß des Menschen ist Gott. Dieses Maß scheint oft verloren gegangen zu sein – aber genau dieses Maßes bedarf es, um auch nachfolgenden Generationen Handlungsspielräume in der Zukunft zu belassen.“ Die Frage nach Gott und nach der Zukunft, die durch das Motto des Papstbesuches – ‚Wo Gott ist, da ist Zukunft’ – in den Fokus gerückt werden, seien gerade für junge Christinnen und Christen elementar.

Mit Unverständnis reagieren die katholischen Studenten indes auf Versuche verschiedenster Seiten, den Besuch des Papstes politisch zu instrumentalisieren.  „Dass Mitglieder der Bundestagsfraktionen von SPD, Linken und Grünen der Rede von Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag fernbleiben wollen, obwohl der Deutsche Bundestag den Papst eingeladen hat, ist nicht nur unwürdig, sondern auch peinlich und spricht für sich“, so Schulte. Dass der Papst polarisiere, sei hingegen ein gutes Zeichen: „Papst Benedikt ist ein Intellektueller mit klaren Aussagen, der sich nicht vom Zeitgeist verbiegen lässt. Er wird damit der Sehnsucht vieler Menschen nach Wahrheit und Orientierung gerecht und beweist, dass die Kirche eben nicht für Relativismus steht“, so die katholischen Studenten. Seine Botschaft nur auf kirchliche Positionen zur Sexualmoral zu reduzieren, sei unangemessen.

Die katholischen Studentenverbände werden an verschiedenen Veranstaltungen mit dem Heiligen Vater in Erfurt, Freiburg und Berlin teilnehmen.

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Die AGV setzt sich aus den fünf katholischen Studentenverbänden CV, KV, UV, RKDB und TCV zusammen und bildet damit den größten Zusammenschluss katholischer Studenten in Deutschland.
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