„Staat muss durchgreifen “ – AGV fordert Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit


Verfasst am 26. August 2015

Katholische Studentenverbände setzen sich für Willkommenskultur ein

Für ein klares Durchgreifen des Staates und der Ordnungsbehörden gegen rechtsextreme Angriffe auf Flüchtlinge und Asylsuchende spricht sich die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) aus. „Szenen wie in den letzten Tagen und Wochen dürfen sich nicht wiederholen“, fordert der AGV-Vorsitzende Joost Punstein. „Rassistische Agitatoren dürfen keine Mitläufer gewinnen, Unterstützerszenen und Netzwerke müssen dringend aufgedeckt werden. Keine Chancen für rechtspopulistische Rattenfänger!“

Deutlich warnen die katholischen Studentenverbände vor der Ausweitung „rechtsfreier Räume“, die das Gewaltmonopol des Staates in Frage stellten. „Gut organisierte Krawallmacher bezwecken vor allem eines: Sie wollen mit ihren Terroraktionen Unruhe schüren und Angst verbreiten“, so der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft. „Diese rechtsextremen Provokateure zielen nicht nur auf die vor Krieg und Not geflüchteten Menschen, die zu uns kommen. Sie wollen auch uns, unsere ganze Gesellschaft treffen. Hier müssen alle Bürger zusammenstehen.“

Mit Bestürzung seien in den Verbänden nicht nur die vielen Brandanschläge gegen Flüchtlingseinrichtung aufgenommen worden. „Dass längst auch Menschen gejagt, in niederträchtiger Weise beschimpft, gedemütigt und angegriffen werden, erinnert an die dunkelsten Kapitel der Geschichte. Damit muss endgültig Schluss sein.“ Wer sich gegen die Grundlagen der Verfassung stelle, sei mit allen gebotenen rechtlichen Mitteln zu bestrafen, so Punstein. „Wir fordern ein klares Signal durch entsprechende Urteile!“

Nachdrücklich unterstreichen die Verbände die eigene Verpflichtung zur Schaffung einer Willkommenskultur für alle Menschen, die vor Verfolgung fliehen und Zuflucht in unserem Land suchen. „Wir stehen als christliche Verbände in einer Tradition der Offenheit für Mitglieder aller Nationalitäten. Unser Glaube kennt keine Grenzen!“ Dies gelte es gerade heute auch im praktischen Alltag der vielen katholischen Studentenverbindungen und -vereine in den Universitätsstädten zu beweisen. Zahlreiche Flüchtlinge seien hochmotiviert und suchten Anschluss an das deutsche Bildungssystem. „Dabei haben sie aber - angefangen bei der Suche nach Wohnraum über Spracherwerb und Umgang mit Behörden - aus unseren Erfahrungen oft mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen“, so die katholischen Studentenvertreter. „Viele suchen Anschluss und soziale Kontakte, befinden sich aber nicht selten auch in einer finanziell prekären Lage. Hier können unsere Verbände ihren ganz eigenen Beitrag zur Integration leisten.“ Staatliche und kirchliche Institutionen müssten hier ihre Stipendienmittel deutlich aufstocken, zugleich sei die Anerkennung von Studien- und Berufsabschlüssen aus den Herkunftsländern großzügiger zu handhaben.

„Wir sind ein gastfreundliches Land und das wollen wir beweisen“, so die Arbeitsgemeinschaft. „Die überall spürbare große Hilfsbereitschaft muss uns motivieren. Das gilt für ganz Deutschland, muss aber auch für ganz Europa gelten. Darum fordern wir die Verantwortlichen der Staaten dringend auf, endlich eine europäische Lösung zu finden, die den Herausforderungen gerecht wird!“

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2015-08-26_pm_agv_zur_fluechtlingsproblematik.pdf205.12 KB

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