AGV begrüßt Novelle zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz

04. September 2015

Die katholischen Studentenverbände begrüßen das Vorhaben der Bundesregierung, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) zu ändern, um Zukunfts- und Karrierechancen für junge Akademikerinnen und Akademiker zu verbessern. „Der akademische Mittelbau wurde über lange Jahre hinweg stark vernachlässigt.

Nachwuchsforscher und hochqualifizierte Akademiker müssen sich bisher von Zeitvertrag zu Zeitvertrag hangeln“, kritisiert der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) Joost Punstein und führt aus: „Damit wird nicht nur eine verlässliche Karriereplanung erschwert, sondern auch die private Zukunft bleibt für viele ungewiss. Diese Praxis hat dazu geführt, dass eine Abwanderung der besten Köpfe in die Wirtschaft erfolgt ist, anstatt diese besser zu fördern. Im ‚War of Talents‘ war die hiesige Wissenschaft häufig Verlierer. Wer den Anspruch hat, die Besten haben zu wollen, muss auch das Beste bieten.“
Die Novelle der Bundesregierung soll dieses Problem nun teilweise beheben und den akademischen Mittelbau in der Wissenschaft stärken. Die Befristung muss sich für Nachwuchswissenschaftler an der geplanten Qualifizierung orientieren. „Mit diesem Vorstoß schafft die Regierung endlich Planungssicherheit, damit junge Akademiker nicht inmitten ihrer Qualifizierungsphase vor dem beruflichen und wissenschaftlichen Aus stehen. Eine explizite Mindestlaufzeit mit möglichen Ausnahmegründen fehlt jedoch“, bemängelt Punstein.
Die katholischen Studentenverbände begrüßen, dass ausdrücklicher als bisher Zeit für die eigene Qualifizierungsarbeit als Arbeitszeit betont wird. „Viel zu oft können sich junge Wissenschaftler nicht der eigenen Forschung widmen, sondern sind Vollzeit für Aufgaben am Lehrstuhl eingespannt. Der Erfolg der Reform wird sich daran messen lassen, ob dieses Vorhaben auch an den einzelnen Lehrstühlen umgesetzt wird und verbindliche Zeitfenster geschaffen werden“, betont der AGV-Vorsitzende. Nachwuchsforscher seien aufgrund ihrer Beschäftigung und ihrer wissenschaftlichen Weiterbildung im besonderen Maße von ihrer Betreuungsperson abhängig. „Zu oft werden Teilzeitstellen wie Vollzeitstellen behandelt ohne dass Mitarbeiter die Arbeitszeit für die eigene wissenschaftliche Arbeit aufwenden können.“ Es müsse ein Umdenken einsetzen und eine klare gesetzliche Vorgabe mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen her. Daher sei es auch notwendig, Dauerstellen und Qualifizierungsstellen in ein besseres Verhältnis zu bringen.
„Nachwuchsförderung in der Wissenschaft kann nicht nur auf Tenure Tracks abzielen, um langfristige Anstellungen in der Wissenschaft zu ermöglichen. Der akademische Mittelbau muss ebenfalls gestärkt werden. Der Kabinettsentwurf ist ein erster, aber keinesfalls abschließender Schritt in die richtige Richtung“, resümiert Punstein.

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